Nachruf
Der Naturschutzbund NABU Unteres Kochertal hat mit
Günter Wilfert
einen seiner aktivsten ehrenamtlichen Mitstreiter für den Natur- und Umweltschutz verloren.
Günter war über 43 Jahre aktives Mitglied im Deutschen Bund für Vogelschutz, dem späteren NABU Unteres Kochertal; für diese ganz besondere Leistung wurde er im September 2024 mit der goldenen Ehrennadel des NABU-Landesverbandes ausgezeichnet.
Günter prägte während dieser Zeit ganz entscheidend das Wirken unseres Vereins, etwa als Pressewart mit seinen gekonnt verfassten und stilsicher formulierten Berichten aus unserem Vereinsleben. Auch als Mitglied im Vorstands-Team sorgte er mit vielen innovativen Ideen und Anregungen für eine Ausrichtung unserer NABU-Gruppe im Sinne des Natur- und Artenschutzes.
Über mehrere Jahrzehnte leitete Günter mit viel Geschick und seinem außergewöhnlichen ornithologischen Fachwissen unsere jährlich stattfindenden vogelkundlichen Exkursionen und ließ viele Naturinteressierte an seinem Wissen teilhaben.
Aber auch im Amphibienschutz war Günter ein Experte und Lehrmeister, und die vielen nächtlichen Führungen an den Brettacher Waldsee während der Amphibienwanderzeit waren sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen sehr beliebt und entsprechend gut besucht.
Mit Günter teilten wir eine große und unbedingte Leidenschaft für unsere heimischen Streuobstwiesen, dem wohl markantesten Merkmal unseres Vereins. Gemeinsam pflanzten wir unzählige Apfel- und Birnbäume, und insbesondere beim Obstbaumschnitt im Winterhalbjahr war Günter immer mit großem Fleiß und Fachwissen aktiv. Aber auch bei der Wiesenpflege, beim Heuen und im Herbst bei der Obsternte arbeitete Günter unermüdlich, oft bis weit in die Nacht hinein, und trug so maßgeblich zum Schutz und dem Erhalt vieler artenreicher Obstbaumwiesen in der Region bei.
Erinnern möchte ich an dieser Stelle auch an eine weitere Leidenschaft, die uns und weitere Mitglieder des Vereins verband, das Radfahren. Gemeinsam haben wir viele sportliche, ausdauernde und erlebnisreiche Tagestouren mit dem Rad unternommen, aber auch mehrtägige Radurlaube, beispielsweise an den Gardasee oder an das französische Mittelmeer, bleiben unvergessen. Auf dem Rad wie auch im Naturschutz haben wir gemeinsam viele Höhen und Tiefen überwunden. Bei allen Radausfahrten war Günter stets ein treuer und unterhaltsamer Begleiter, und so nutzten wir die langen Zeiten auf dem Rad oft auch noch zum Diskurs über aktuelle politische Entwicklungen in unserer Region.
Bis zum Schluss war Günter trotz der Einschränkungen durch seine fortschreitende Krankheit an den aktuellen Entwicklungen im Natur- und Klimaschutz interessiert und fokussiert. Sein universales Fachwissen über die Zusammenhänge in der Natur hinterlässt in unserer NABU-Gruppe eine große Lücke, die leider nicht kompensiert werden kann, aber er wird in unseren Herzen und Gedanken weiterleben, denn niemand ist tot, solange man über ihn spricht.
Wir danken unserem lieben Verstorbenen für das gemeinsame Engagement zum Schutz von Flora und Fauna. Unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl gelten seiner ganzen Familie. Wir werden unserem Günter ein ehrendes Andenken bewahren.
Für den NABU Unteres Kochertal
Jürgen Straub
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Rückblick auf den NABU-Stammtisch am 28. Mai 2026
Unser Stammtisch im ausgehenden Frühjahr fand diesmal auf dem Bioland-Hof von Jürgen auf dem Lobenbacher Hof statt. 21 NABU-Mitglieder folgten der Einladung und trafen sich auf der Terrasse hinter dem Hofgebäude, wo alles für das Grillen, das gemeinsame Sitzen, Essen und miteinander Reden bestens hergerichtet war.
Nach der Begrüßung lud Jürgen zu einem Abendspaziergang ein, vorbei an einigen seiner Wiesen und Äcker. Sein Fokus lag natürlich auf der Artenvielfalt, die Ende Mai auf seinen Wiesenstreifen im Vergleich zu anders bewirtschafteten Flächen daneben gut zu erkennen war. Hier fanden wir Ackerwitwenblume, kleinen Klappertopf, Lichtnelken, verblühten Salbei, Wiesen-Margeriten und vieles mehr.
Über die Höhe hinter dem Lobenbacher Hof mit weiter Sicht ins Heilbronner und Hohenloher Land ging es vorbei an einem Dinkelfeld von Jürgen, dann kamen wir zum Höhepunkt unserer kleinen Exkursion mit den versprochenen Wildkräuterschätzen. Am Rand seines Ackers mit Grannenweizen zeigte uns Jürgen einzelne leuchtend blau blühende Exemplare von Ackerrittersporn, und wer wollte, konnte ein Stück in den Bestand hineingehen, um auf lückigen Stellen noch viel mehr davon zu entdecken. Trotz eines dichten und gut gewachsenen Getreidebestandes schaffen es die Rittersporne, sich zu entwickeln und zum Blühen zu kommen.
Warum sind sie vom Aussterben bedroht und auf konventionell bewirtschafteten Feldern nicht mehr zu finden? Neben dem Einsatz von Herbiziden gegen Ackerunkräuter ist der Hauptgrund, dass fast immer sofort nach der Getreideernte die Stoppeln gegrubbert werden, um Stroh einzuarbeiten und den Boden zu lockern.
Jürgen hat sich vertraglich verpflichtet, das nicht zu tun, sondern den Boden nach der Ernte noch einige Wochen in Ruhe zu lassen. Dann können sich die seltenen Wildkräuter noch einmal richtig gut entwickeln und zur Samenreife kommen. Auf diesem relativ kleinen Acker sind es dann viele Hunderte Ritterspornpflanzen. Verbleibt das gedroschene Stroh zudem noch einige Zeit auf dem Acker, sorgen die Strohschwaden für Schutz und Deckung insbesondere für die jungen, noch unerfahrenen Vögel wie die Feldlerche und Schafstelze.
Ackerwildkräuter sind Zeugen alter bäuerlicher Kultur und verdienen Schutz, und diese sehr selten gewordene Art bedeutet auch überhaupt keine Konkurrenz für die Kulturpflanzen.
Interessant fanden wir auch die vielen abgerundeten Steine auf diesem Feld und in der Umgebung. Es handelt sich um Gesteinsschotter aus der letzten Eiszeit, der an den Kocherhängen abgelagert wurde und Gesteinsarten aus ganz anderen Gegenden enthält.
Nach dieser interessanten Führung kehrten wir zum Hof zurück und Walter machte als Grillmeister das Feuer an. Die vielen gespendeten Salate und andere Leckereien schmeckten hervorragend zu den von Jürgen besorgten riesigen roten Würsten. Für die Vegetarier war natürlich auch gesorgt. Bei vielfältigen und lebhaften Gesprächen verbrachten wir einen besonderen Stammtischabend.
Einen großen Dank an Jürgen für die Organisation und für das Grillgut und die Getränke!

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Rückblick auf den naturkundlichen Abendspaziergang zu den Wildtulpen am 7. April 2026
Dreizehn interessierte Naturfreunde machten sich bei bestem Frühlingswetter auf zu den Wildtulpen am Föhrenberg zwischen Neuenstadt und Cleversulzbach.
Nach einer kleinen Einführung mit Wissenswertem über die Wildtulpe Tulipa silvestris ging es gemütlich den Hügel hinauf bis auf die Höhe mit herrlichem Ausblick bis zum Katzenbuckel im Odenwald und nach Waldenburg im Hohenlohischen.
So langsam kamen die ersten Flecken mit den goldgelben Tulpen in Sicht, und die Begeisterung wuchs. Ilse Oette sang mit uns zwei Strophen des Liedes „Geh aus mein Herz“, in denen man sich über die Tulipan und vieles andere frühlingshafte Geschehen freut. Lerchen sangen unsichtbar am Himmel, während wir endlich die größeren Vorkommen der Tulpen zwischen den Weinreben entdeckten. Nur eine Teilnehmerin hatte diese Pracht vorher schon einmal gesehen, und so war ausgiebiges Fotografieren angesagt.
Fantastisch, dass in den kultivierten Weinbergen so viel wilde Schönheit existieren kann – und das hoffentlich noch lange! Da unser Weg teilweise auf dem Mörikepfad entlang führte, sagte Ilse immer wieder auswendig Gedichte von Eduard Mörike auf, die dieser vor mehr als 190 Jahren dort verfasst hat.
Wieder im Tal angelangt, mussten einige die Gruppe leider schon verlassen; der Rest ging noch ein Stück mit ins Sulzbachtal, um dort die Auswirkungen der regen Bibertätigkeit anzuschauen. Die Wiesen am Bach sind teilweise so überschwemmt gewesen, dass Umleitungsgräben gezogen worden sind, um dem Biber seine Dammbauten zu ermöglichen, aber auch den Schaden auf den Wiesen ein Stück weit zu begrenzen.
Als abschließendes Highlight unseres Spazierganges sahen wir auf einem wenige Meter langen Stück Trockenmauer mehrere Zauneidechsen, die bei diesem warmen Wetter schon aktiv waren.
Erfüllt von vielerlei Eindrücken und Erlebnissen und sehr begeistert fuhren wir nach zwei Stunden zurück nach Neuenstadt.
H.S.
Fotos: Ernst Sailer
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Landtagskandidatin Riegger-Gnamm zu Gast beim NABU-Stammtisch – Windkraft und Naturschutz: Wie geht beides zusammen?
Beim jüngsten Stammtisch der NABU-Gruppe Unteres Kochertal in Neuenstadt am 9. Oktober 2025 diskutierte Landtagskandidatin Sibylle Riegger-Gnamm (Bündnis 90/Die Grünen) mit den Teilnehmenden über zentrale Zukunftsthemen des Natur- und Klimaschutzes in der Region.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine naturverträgliche Energiewende gelingen kann. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien darf nur im Einklang mit dem Schutz von Arten und Landschaften erfolgen", betonte Riegger-Gnamm. Gleichzeitig verwies sie auf die großen Chancen der Windenergie: „Windkraft bietet eine autarke Stromversorgung, die das ganze Jahr zur Verfügung steht – im Gegensatz zur Photovoltaik."
Die Kandidatin machte deutlich, dass man die immensen Vorteile zur Stromgewinnung gegen gewisse Eingriffe in die Natur abwägen müsse. Sorgfältige Standortwahl und frühzeitige Bürgerbeteiligung seien entscheidend, um Akzeptanz zu schaffen und Konflikte zu vermeiden.
Ein aktuelles Problem: Der Regionalverband Heilbronn-Franken verpasste Ende September 2025 die Frist zur Einreichung von Windkraft-Vorranggebieten. Grund war die hohe Arbeitsbelastung durch Einsprüche. Nun können Windenergieprojekte auch außerhalb der ursprünglich vorgesehenen Gebiete geplant werden. „Das ist eine Entwicklung, die wir so nicht wollen", stellte Riegger-Gnamm klar.
„Der Genehmigungsprozess bleibt aber intakt", erklärte Riegger-Gnamm. „Man kann nicht einfach überall bauen. Emissionsschutz, Landschafts- und Naturschutz bleiben wichtige Prüfgrößen." Umso wichtiger sei es jetzt, die Diskussion fortzuführen und die Bürgerinnen und Bürger besser zu informieren, um regionale Lösungen zu schaffen und unkontrollierten Wildwuchs zu vermeiden.
Das Vorstands-Team des NABU dankte der Landtagskandidatin für den offenen Dialog und das Interesse an den Anliegen des Naturschutzes. Alle Beteiligten waren sich einig: Eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Verbänden und Bürgerschaft ist notwendig, um Klimaschutz und Naturschutz erfolgreich miteinander zu verbinden.